08 2017

Romanze mit der Revolution

Eröffnung 17.08.2017  18.00 h 
17.08. – 12.11.2017

ACC Galerie

Burgplatz 1-2
99423 Weimar
 
mit Petr Belyi (RU), Lene Berg (NO), DAI Hua (CN), Chto Delat (RU), Yevgeniy Fiks (RU/US), Gluklya (RU), Nermine Hammam (EG/US), Norbert W. Hinterberger (AT), Francis Hunger (DE), Anna Jermolaewa (RU/AT), Nikita Kadan (UA), Natasha Kraevskaya (RU), Victoria Lomasko, (RU), Yerbossyn Meldibekov (KZ), Ivan Moudov (BG), Dan Perjovschi (RO), Fabian Reimann (DE), Luise Schröder (DE)

kuratiert von Anastasia Patsey (RU), Museum of nonconformist art, St. Petersburg.

Neue Arbeit SIC! im Rahmen der Ausstellung:

H. G. Wells ist als Autor utopischer und fantastischer Romane weltbekannt geworden. Sein großes Interesse an der Sowjetunion ist weniger bekannt. Seine Reisen dorthin fasste er 1921 in dem Buch Russia in the Shadows zusammen. In dem Raumessay Sic! hat Fabian Reimann signifikante Zitate aus dem Gespräch mit Lenin, dem Träumer im Kreml, ausgewählt. 1934 interviewte Wells Stalin. Das Buch Stalin Wells Talks erlebte als Einblick in die UdSSR große Popularität. In dieser Zeit begannen die Manipulationen von Fotografien. Das berühmteste Beispiel ist Lenins Rede von 1920 vor dem Bolschoi-Theater in Moskau. Aus dem Foto verschwanden Trotzki und Kamenew. In Reimanns Arbeit ist das Bild in sechs Komponenten zerlegt, das Publikum lässt durch sich unversehens auch Lenin, Rednerpodest, Bevölkerung und Stadt verschwinden. Der Raumessay wirft Fragen nach der allgemeinen Geschichtsvergessenheit auf, die zwischen Lenkung und Teilnahmslosigkeit ihre Antwort finden.

Das Lange Jetzt

Eröffnung 20.08.2017  14.00 h 
20.08. – 03.09.2017, 14.00 – 18.00 h

Kirche Obergrunstedt

Im Oberdorf
99428 Obergrunstedt / Gemeinde Nohra

Kooperation mit Phillip Schulze


Das Lange Jetzt
ist eine Komposition aus Klang, Licht, Tönen und Projektionen, die sich mit dem Kirchenraum als solchem und der Wahrnehmung von Zeit unter den Gesichtspunkten von Diesseits und Ewigkeit auseinandersetzt.

Der originäre Anspruch eines Kirchenraums ist transzendierend. Außergewöhnlich war für Jahrhunderte das inszenierte Erlebnis von Klang und Licht in der Kirche. Sie war Ort großer Inszenierungen und Rituale. Dem Einzelnen wurde hier physisch die Grenzen des eigenen Daseins versinnbildlicht, das gering ist gegenüber den Vorstellungen von Ewigkeit, die die Kirchentradition schreibt.

Dies sind die Grundlagen der sinnes- und raum-übergreifenden Arbeit von Fabian Reimann und Phillip Schulze, die in zwei Phasen präsentiert wird. Die erste Phase von Das Lange Jetzt findet im Sommer 2017 und dient als Grundlage für die zweite Phase, die über die Dauer von einem Jahr angelegt ist. Der Besucher kann mitnichten die komplette Zeit vor Ort verweilen. Damit spiegelt Das Lange Jetzt die Unmöglichkeit, Ewigkeit trotz aller Erkenntnis zu begreifen wieder.

In der ersten Phase von Das Lange Jetzt werden Klänge aus dem Gebäude durch Körperschalllautsprecher heraus moduliert, während Projektionen Bilder von den kleinsten und größten Ausblicken unserer Welten, auf Atome und ferne Planeten, lenken.

 


„Das Lange Jetzt“ entsteht im Rahmen von ‚STADTLAND:Kirche. Querdenker für Thüringen 2017’, einem Kooperationsprojekt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes sowie das EU-Programm LEADER und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Niedergrunstedt und der Gemeinde Obergrunstedt.

06 2017

EZ CHAIM

20.6.2017

KV – Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig
Kolonnadenstr. 6
04109 Leipzig

 
18 Uhr
Performative Leerstellenbegehung
mit Angelika Waniek

20 Uhr
Publikumsgespräch und Diskussion mit
Prof. Dr. Ines Weizman (London, Weimar)
Cornelia Siebeck (Berlin)
Angelika Waniek (Leipzig)

2016 verschwanden im Kolonnadenviertel die Tafeln, die an die Ez Chaim Synagoge erinnerten. 1922 eingeweiht war sie die größte orthodoxe Synagoge in Leipzig und wurde – wie viele andere Synagogen und Bethäuser der Stadt – 1938 zerstört. In Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Kolonnadenstraße und Mitgliedern des Projektes Kaufhaus Joske wird der KV – Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig das Verschwinden der Tafeln zum Anlass nehmen, um in einer öffentlichen Veranstaltung mit geladenen SprecherInnen darüber nachzudenken, wie eine Erinnerungskultur aussehen kann, in der Geschichte und Gegenwart, Gedenken und Handeln sich miteinander verschränken lassen.

tools – a handjob

16.06.2017  20.30 Uhr Premiere
18.00, 20.30 Uhr weitere Vorstellungen

DOCK 11

Saal 3
Kastanienallee 79
10435 Berlin

Konzept, Choreographie, Performance  Florian Bücking, Raisa Kröger
Raum, Grafik Fabian Reimann
Sound Julius Born
Produktionsdramaturgie Johanna Withelm


Im Rahmen des
Performing Arts Festival Berlin, 13.–18.06.2017
www.performingarts-festival.de


»Jedesmal, wenn ein Organ – oder eine Funktion sich von einer alten Verpflichtung befreit, erfindet es etwas Neues. Als die Pfote oder Hand durch den aufrechten Gang von der drückenden Last des Stützens oder  Gehens befreit ist, verändert sie sich: sie wird zum Greiforgan und formt schließlich das Werkzeug«. (Michael Serres)

 

 BUCHPRÄSENTATION 

SPACE COLONIES

17.06. – 16.00 Uhr Saal 3, DOCK 11

Der US-amerikanische Physiker Gerard K. O'Neill hatte Anfang der 1970er Jahre erste Ideen entwickelt, um den Weltraum zu besiedeln. Kurz darauf griff Stewart Brand, Cyberkommunarde und Herausgeber des Whole Earth Catalog, diese Überlegungen auf und veröffentlichte das Buch Space Colonies. Darin und in weiteren Ausgaben des CoEvolution Quarterly wurde diskutiert, ob der Weltraum nicht schon im Jahr 2000 kolonialisiert sein könnte. Space Colonies. A Galactic Freeman’s Journal von Fabian Reimann bezieht sich auf diese Veröffentlichungen. In seinen Bildessays montiert er historisches, gegenwärtiges und spekulatives Material, das er mit fiktiven und faktischen Erzählungen zu einem Konglomerat verschiedener Weltentwürfe verbindet.

 

 


Text Fabian Reimann
Gestaltung Fabian Reimann
160 Seiten, Englisch, 153 s/w-Abbildungen, klebegebundene Broschur
ISBN 978-3-95905-121-7
EUR 12.00

Die verschollene Utopie

Christian Gottlieb Pribers Paradies auf der Spur

 

Eröffnung 23.02.2017, 19 Uhr
24.02. – 08.04.2017

HALLE 14
Zentrum für zeitgenössische Kunst
Spinnereistr. 7
04179 Leipzig

 Caitlin Baucom
Robert Beske
Francis Hunger  
Fabian Reimann

In Filmen, Installationen und Liedern befragen Künstler die Ideen und das Schicksal des heute nahe zu vergessenen, deutschen Frühaufklärers und Sozialutopisten Christian Gottlieb Priber (1697 – 1746?), der vor fast 300 Jahren mit dem Ziel, eine glückliche Gemeinschaft zu gründen, in die nordamerikanische Wildnis aufbrach. Er lebte mehrere Jahre bei den Cherokee, deren Sitten und Sprache er übernahm und studierte. Seine Verhaftung verhinderte die Gründung seines »Königreichs Paradies«, wo alle – unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Glauben – die gleichen Freiheiten genießen sollten.