The World Set Free COVERWORKS

2020

Zahlreiche Bilder, die es aus dramaturgischen Gründen nicht in das Buch „The World Set Free“ kamen, sind mit einer farbigen Frottage vom Buchdeckel der Erstausgabe und Kolorierungen zu einer eigenständigen Serie von 60 Bildern geworden. (28 x 21 cm, Mischtechnik auf Papier, 2019-2020) Hier ist offensichtlich eine kleine Auswahl zu sehen.

 

 

 

strade e vicoli

2015 Camille Corot Franz Horny Heinz Hindorf Joseph A. Koch

Oft macht man sich über die Namen von Straßen wenig Gedanken, es sind für viele Menschen nicht mehr Orientierungshilfen.
In dem Städtchen Olevano in der Nähe von Rom ist besonders auffällig, dass einige Strassen nach auch weniger bekannten deutschen Künstlern benannt sind. Olevano Romano ist seit fast 250 Jahren Ziel deutscher Künstler. Diese Tradition wird durch das Stipendienprogramm der Deutschen Akademie stark gefördert. Als ich dort war sind mir die Strassennamen, in Marmor geschlagen, tagtäglich aufgefallen. Ich habe sie mitgenommen.

A Bosom is a Valley of Water

2019 Petersburg

Die Küste ist die Schnittstelle zwischen dem Land, Lebensraum der Menschen, und dem Meer. Der Hafen ist der menschengemachte Ort, um das Meer bereisen zu können. Es ist ein Ort des Transits, des Handels. St. Petersburg verfügt derzeit über 29 Häfen.Damit öffnet die Stadt die Tore für zahlreiche Geschichten, die mit ihrer eigenen und denen des Meeres verbunden sind. Im Laufe des Aufenthaltes in Sankt Petersburg sind mehrere großformatige Grafiken entstanden, auf denen unterschiedlich Betrachtungen auf das gelenkt werden, was man auf den ersten Blick schwerlich dem Meer ansehen.

Im Laufe der Arbeit bin ich auf die Form der Portolankarte gekommen. Also eine traditionelle Form der Darstellung die einer Landkarte ähnelt. Gezeigt werden die Verbindungen von Häfen. Diese Linien führen zu sehr ästhetischen Verbindungen, deren Sinn sich nur dem Wissenden erschliesst. Die Kartenform und die Küstenlinie der Finnischen Bucht sind die Form und das Display der Grafiken.

Links Alle Weissen Nächte von St. Petersburg Mitte Bravo Zulu rechts Kronstadt

Links Kronstadt rechts Armada

Links Portolan negativ rechts Schmetterlingseffekt

Freedom of Information Act: Carbon Copy

2009 Anthony Blunt FBI

Freedom of Information Act

Seit 1967 ist den Bürgerinnen und Bürgern der Vereinigten Staaten die Einsicht in Regierungsdokumente gestattet. Nach der Watergate-Affäre im Jahr 1974 gab es eine Novellierung. Inzwischen sind historische Fälle der US-Geschichte weitgehend öffentlich zugänglich. Auf der Website des FBI befinden sich auch Informationen zu Anthony Blunt. Die meisten Seiten sind geschwärzt. Es lässt sich kaum noch etwas herausfinden.
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Carbon Copy

Die im Rahmen des Freedom of Information Act veröffentlichten Dokumente über Anthony Blunt scheinen alte Fotokopien zu sein. Analoge Kopiergeräte konnten keine Graustufen erzeugen. So entstanden schwarz-weiße Strukturen als Interpretationen von Bildern oder Farben. Bei den vorliegenden Seiten handelt es sich erneut um Kopien. Das Skript für die Tonaufzeichnung lieferte die Vorlagen für dieses Umkopieren mit Kopierpapier. Die Carbon-Copies selbst befinden sich in der Installation.

 

One Second Distance

2009 Anthony Blunt

Zu sehen ist Anthony Blunt in seinem Arbeitszimmer, der, als er bemerkt, fotografiert worden zu sein, aufblickt. Die Kamera ist gedreht worden und ein zweites Bild gemacht. Diese Bilder wurden übereinander gelegt, man sieht mehr von dem Raum, kann dafür die Person in der Bildmitte durch die Doppelbelichtung weniger gut erkennen.

 

ACAC

2011 Nikola Tesla

Der Pionier des elektrischen Stroms Nikola Telsa entwickelte in seinem Refugium in Colorado die Theorie eines Welt-Energie-Systems. 1901 meldete er ein Patent für einen Apparat zum Gebrauch von Stahlungsenergie an. Die von ihm definiert Raumenergie sollte in elektrischen Strom umgewandelt werden. Die effektreichen Entladungen von Blitzen aus elektrischen Ladungen, die Tesla in seinem Labor vorführte zeigt »ACAC / Altering Current after Christ«. Tesla selbst bleibt ein Schatten an der Stelle, in die er sich in das Bild hatte angeblich hineinmontieren lassen.

Flat Earth Mandalas

2012 Another Earth

In einer Zeit als bewusstseinserweiternde Substanzen bei einigen Subkulturen in Mode kamen suchte man auch mit Mitteln fernöstlicher Meditation zu Erleuchtung zu kommen. Eine künstlerische Technik, die sich auch bei Freunden des versunkenen Ausmalens grosserBeliebtheit erfreut, zählen Mandalas. All diesem wohl bewusst habe ich aus der Installation „Flat Earth“ die Scheiben, die die Motive der Projektionen tragen, zu den Eins zu Eins Vorlagen für die stetig wachsende Serie der „Flat Earth Mandalas“ verwendet.

Jedes Blatt 40 x 40 cm

Drops

2009-2011 New York Rudolph Abel Spionage

 

Die Drops sind in Zusammenhang mit dem umfangreichen Projekt Rudolph Abel, dem Spion, der sich als Künstler ausgab entstanden. Der Begriff „drop“ hat beim Lesen der Biografie von Louise Bernikow meine besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ein ‚drop‘ ist etwas Lapidares, das fast gar nicht da ist. Es bezeichnet den kurzen Zustand von etwas Flüssigem, wie z. B. einem Regentrop- fen. In dieser Art des Flüchtigen wird der Begri ‚drop‘ für kleine Verstecke verwendet. Solche Orte sind nur wenigen Eingeweihten vertraut, die dort Nachrichten in kleiner Form deponieren. Visuelle Hinweise wie Kreidemarkierungen deuten beispielsweise auf einen be- füllten ‚drop‘. Die Orte der ‚drops‘ zeichnen sich durch ihre Unspezi- tät aus. 2009 habe ich in New York alle bekannten ‚drops‘ aus der Agententätigkeit Abels gesucht. Gefunden habe ich vor allem die urbanen Nebensächlichkeiten, die sich in einem halben Jahrhundert kaum verändert haben.

Die Fotografien dieser Orte sind als Miniatureliefe geschintten worden, von denen Frottagen abgenommen worden sind. 80 verschiedene Motive bilden den ersten Teil der Serie.

X

2011-13 FBI Rudolph Abel Spionage

 

Als Rudolph Abel verhaftet wurde hat man das Inventar seiner Ateliers beschlagnahmt. Hatten die Bilder, die gemalt hatte, strategische Ziele gezeigt, oder waren solche Ziele, irgendwelche Lagepläne in den Schraffierungen verborgen? Die Bilder wurden dahingehend untersucht, geröntgt, interpretiert. Mich interessierte das Atelier als Tatort, und wie es dort aussah, als das FBI dort eintraf. Davon hatte ich gelesen. Es dauerte fast zwei Jahre bis ich Kopien der Tatortfotos aus den FBI-Archiven bekam. Es waren Schwarz-Weiss-Kopien, keine Graustufen, mehr gab es nicht. Als kriminalistische konnte ich mir das nicht vorstellen, aber als Basis diese künstlerisch zu interpretieren, als Malerei. Diese wurden anschliessend geröngt, davon C-Prints angefertigt.

 

 

 

YELL

2011 Bremen Edition GAK Tarzan

Die Gesellschaft für aktuelle Kunst hatte mich darauf angesprochen, ob ich eine Jahresgaben beisteuern könnte. Zu der Zeit setzte ich mich mit dem Verfasser der Mars-Chroniken, Edgar Rice Burroughs, auseinander. Wesentlich berühmter war dieser Schriftsteller mit einer Romanserie geworden, die sich an Rudyard Kiplings Dschungelbüchern orientiert haben könnte.

Darin weniger enthalten ist die folgende die Auseinandersetzung, die Gegenstand der Edition wurde: Die These zur Urheberschaft des Tarzan-Rufes, der sich aus der Stimme des Tarzan-Darstellers Johnny Weissmuller, dem Schrei einer Hyäne, dem Jaulen eines Kamels, dem Knurren eines Hundes und der gezupften G-Seite einer Geige zusammensetzt. Dieses Klang-Konglomerat  habe ich in in Bezug zum Geschrei der Bremer Stadtmusikanten gesetzt: In fünf Digitaldrucken gesellen sich Esel, Hund, Katze oder Hahn zu den Erzeugern des Tarzan-Rufes.

In übereinander gelegten Motiven und Farbfeldern findet der tierische Vielklang seine visuelle Entsprechung und wird auf der Rahmenrückseite mit einem erläuternden Text ergänzt.