One Second Distance

2009 Anthony Blunt Arbeit auf Leinwand

Zu sehen ist Anthony Blunt in seinem Arbeitszimmer, der, als er bemerkt, fotografiert worden zu sein, aufblickt. Die Kamera ist gedreht worden und ein zweites Bild gemacht. Diese Bilder wurden übereinander gelegt, man sieht mehr von dem Raum, kann dafür die Person in der Bildmitte durch die Doppelbelichtung weniger gut erkennen.

 

ACAC

2011 Nikola Tesla

Der Pionier des elektrischen Stroms Nikola Telsa entwickelte in seinem Refugium in Colorado die Theorie eines Welt-Energie-Systems. 1901 meldete er ein Patent für einen Apparat zum Gebrauch von Stahlungsenergie an. Die von ihm definiert Raumenergie sollte in elektrischen Strom umgewandelt werden. Die effektreichen Entladungen von Blitzen aus elektrischen Ladungen, die Tesla in seinem Labor vorführte zeigt »ACAC / Altering Current after Christ«. Tesla selbst bleibt ein Schatten an der Stelle, in die er sich in das Bild hatte angeblich hineinmontieren lassen.

Flat Earth Mandalas

2012 Another Earth

In einer Zeit als bewusstseinserweiternde Substanzen bei einigen Subkulturen in Mode kamen suchte man auch mit Mitteln fernöstlicher Meditation zu Erleuchtung zu kommen. Eine künstlerische Technik, die sich auch bei Freunden des versunkenen Ausmalens grosserBeliebtheit erfreut, zählen Mandalas. All diesem wohl bewusst habe ich aus der Installation „Flat Earth“ die Scheiben, die die Motive der Projektionen tragen, zu den Eins zu Eins Vorlagen für die stetig wachsende Serie der „Flat Earth Mandalas“ verwendet.

Jedes Blatt 40 x 40 cm

Drops

2009-2011 New York Rudolph Abel Spionage

 

Die Drops sind in Zusammenhang mit dem umfangreichen Projekt Rudolph Abel, dem Spion, der sich als Künstler ausgab entstanden. Der Begriff „drop“ hat beim Lesen der Biografie von Louise Bernikow meine besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ein ‚drop‘ ist etwas Lapidares, das fast gar nicht da ist. Es bezeichnet den kurzen Zustand von etwas Flüssigem, wie z. B. einem Regentrop- fen. In dieser Art des Flüchtigen wird der Begri ‚drop‘ für kleine Verstecke verwendet. Solche Orte sind nur wenigen Eingeweihten vertraut, die dort Nachrichten in kleiner Form deponieren. Visuelle Hinweise wie Kreidemarkierungen deuten beispielsweise auf einen be- füllten ‚drop‘. Die Orte der ‚drops‘ zeichnen sich durch ihre Unspezi- tät aus. 2009 habe ich in New York alle bekannten ‚drops‘ aus der Agententätigkeit Abels gesucht. Gefunden habe ich vor allem die urbanen Nebensächlichkeiten, die sich in einem halben Jahrhundert kaum verändert haben.

Die Fotografien dieser Orte sind als Miniatureliefe geschintten worden, von denen Frottagen abgenommen worden sind. 80 verschiedene Motive bilden den ersten Teil der Serie.

X

2011-13 FBI Rudolph Abel Spionage

 

Als Rudolph Abel verhaftet wurde hat man das Inventar seiner Ateliers beschlagnahmt. Hatten die Bilder, die gemalt hatte, strategische Ziele gezeigt, oder waren solche Ziele, irgendwelche Lagepläne in den Schraffierungen verborgen? Die Bilder wurden dahingehend untersucht, geröntgt, interpretiert. Mich interessierte das Atelier als Tatort, und wie es dort aussah, als das FBI dort eintraf. Davon hatte ich gelesen. Es dauerte fast zwei Jahre bis ich Kopien der Tatortfotos aus den FBI-Archiven bekam. Es waren Schwarz-Weiss-Kopien, keine Graustufen, mehr gab es nicht. Als kriminalistische konnte ich mir das nicht vorstellen, aber als Basis diese künstlerisch zu interpretieren, als Malerei. Diese wurden anschliessend geröngt, davon C-Prints angefertigt.

 

 

 

YELL

2011 Bremen Edition GAK Tarzan

Die Gesellschaft für aktuelle Kunst hatte mich darauf angesprochen, ob ich eine Jahresgaben beisteuern könnte. Zu der Zeit setzte ich mich mit dem Verfasser der Mars-Chroniken, Edgar Rice Burroughs, auseinander. Wesentlich berühmter war dieser Schriftsteller mit einer Romanserie geworden, die sich an Rudyard Kiplings Dschungelbüchern orientiert haben könnte.

Darin weniger enthalten ist die folgende die Auseinandersetzung, die Gegenstand der Edition wurde: Die These zur Urheberschaft des Tarzan-Rufes, der sich aus der Stimme des Tarzan-Darstellers Johnny Weissmuller, dem Schrei einer Hyäne, dem Jaulen eines Kamels, dem Knurren eines Hundes und der gezupften G-Seite einer Geige zusammensetzt. Dieses Klang-Konglomerat  habe ich in in Bezug zum Geschrei der Bremer Stadtmusikanten gesetzt: In fünf Digitaldrucken gesellen sich Esel, Hund, Katze oder Hahn zu den Erzeugern des Tarzan-Rufes.

In übereinander gelegten Motiven und Farbfeldern findet der tierische Vielklang seine visuelle Entsprechung und wird auf der Rahmenrückseite mit einem erläuternden Text ergänzt.

 

 

Do you remember

2008 James Bond

Die ehemaligen Kurzzeitliebschaften von James Bond, wie viele immer es waren, die nicht das Filmende erleben durften, wer weiss es wirklich, sind auf Fotografien übereinandergelegt.
Diese Bilder waren vormals im Freeman‘s Journal #7, Band 1 und 2.

Aurora

2018 Arbeit auf Papier Oktoberrevolution St. Petersburg

Mit einigen der Mitwirkenden der Ausstellung „Romanze der Revolution“ bin ich nach St. Petersburg gereist. Dort liegt das Schiff „Aurora“, das Signal zum Sturm auf das Winterpalais gab. Damit begann die Russische Revolution. 100 Jahre später lagen hunderte von roten Nelken. Vor dem Winterpalais war es ruhig, sehr, sehr ruhig.

Another Earth Catalog katalogisiert

2012-2014 Deutsche Nationalbibliothek

2012 veröffentlichte ich das Buch „Another Earth Catalog“. Im Anschluss wollte ich nachvollziehen, wie das, was für mich ein kleines Rätsel war, ablief: Der Weg eines Buches in die Wissenspeicher der Deutschen Nationalbibliothek. Also fuhr ich mit dem fertigen  „Another Earth Catalog“ nach Frankfurt, um zu verfolgen, wie es inventarisiert werden würde. Dort angekommen wurde ich gewissermassen nach Leipzig zurückgeschickt, weil das Buch bei einem Leipziger Verlag veröffentlicht wurde. Der Standort Leipzig sei zuständig für den Osten. Das ganze Prozedere habe ich dann in Leipzig und in Frankfurt, wohin ein Exemplar des Buches dann geschickt wurde, verfolgt und dokumentiert. Die Arbeit ist eine Symbiose aus Skulptur und Zeichnung.

Le Tour

2012-2014 Deutsche Nationalbibliothek

1959 wurde die Deutsche Bibliothek in einem modernen Neubau nach Umzug eröffnet. Dieser markante Bücherturm in der Frankfurter Zeppelinallee wurde 1997 verlassen. Mit der Gründung  der „Deutschen Nationalbibliothek“ wurde ein neuer Standort bezogen. Der Bücherturm wurde abgerissen.

Immer wieder stelle ich mir bei solchen Gebäuden, deren Zweck ein Anspruch auf Ewigkeit hat die Frage, an wie vielen Orten die Gebäude und deren Geschichten überschrieben wurden. Bei einem Ort des Wissens ist dies besonders, denn es könnte auch immer ein Schwund des Wissens stattfinden. Manchmal sind solche Momente des Verschwindens mystifiziert, wie bei dem Brand der Bibliothek von Alexandria. In Umberto Ecos’ „Der Name der Rose“ gehen einzigartige Bücher in Flammen auf, als der Bücherturm in Flammen aufgeht. Die Romanverfilmung von 1986 liefert die Bilder des Moments, kurz bevor die Bibliothek der Benediktinerabtei in Flammen aufgeht.

Darauf befinden sich Druckplatten, auf denen der nicht mehr existente Bücherturm aus Frankfurt in historischen Ansichten zu sehen sind.