Leichter als Luft — Weltfahrten

2018 Aby Warburg Zeppelin

 

 

Ein Bildessay für das Jahresmagazin des Landesverband Bildende Kunst, Sachsen, 2018, mit einem begleitenden Text zu den Bildstrecken:

Wir tauchen ein, wir heben ab. Buckle up! Es geht auf zu einer neuen Reise ins Warburg-Universum. Dieses ist analog zu Marshall McLuhans Terminus der „Gutenberg-Galaxis“ gewachsen. Meine Arbeit wird mit meistens vorgefundenen Bildern charakterisiert: Bilder des kollektiven Gedächtnisses, deren Kontextverschiebung durch Bildkombinationen und Analogien zu Bildessays werden.
Aby Warburgs „Bildatlas Memnosyne“ setzt eine historische Marke für die Vieldimensionalität der visuellen Welt gegenüber der eindimensionalen Linearität sprachlicher Narration.
Warburgs Bilderatlas ist Ausgangspunkt des vorliegenden Bildessays, der mit einer Reproduktion der dritten Tafel des Bilderatlas beginnt. Wir sehen darauf Abbildungen von Planetenbahnen, dem Mars und von Luftschiffen. Ich zoome heran, aus dem Buch heraus, auf das Luftschiff „Graf Zeppelin“, das 1929 auf Weltreise war. In diesem Jahr hat Warburg seinen Bilderatlas erstmals in der kunsthistorischen Biblioteca Hertziana in Rom vorgestellt (allerdings ohne diese „Tafel C“). Im Verlauf meines Essays werden wir der Luftschifffahrt und deren Mythenbildung durch Originale, Inszenierungen, Interpretation, Dopplungen und Fälschungen, Fiktion und deren Gegenteil begegnen. Die
Bilder stammen von meinen Reisen nach Rom und Olevano Romano, Prag, Friedrichshafen, sowie aus Büchern und Filmen und aus dem Internet.

 

Freeman’s Journal #007

2007 James Bond

 

 

Die ehemaligen Kurzzeitliebschaften von James Bond, wie viele immer es waren, die nicht das Filmende erleben durften, wer weiss es wirklich, sind in chronologischer Reihenfolge der Filme bis zum Jahr 2007 zusammengestellt. Es waren so viele, dass es zwei Hefte wurden, aber im Durchschnitt 2,5 pro Film.

Another  Freeman’s Journal – A Space Odyssey

2018 Leipzig Raumfahrt

Kurz nach der Veröffentlichung von The World Set Free würde ich eingeladen, einen Bildessay als Projektion zu entwickeln. Es sollte um Weltraum und Space Colonies und Poesie sich drehen. Man kann also sagen, genau mein Ding. Gezeigt wurde eine erste Fassung am 30.10.2018 auf der Leipziger Baumwollspinnerei im Rahmen der Veranstaltung „Houston, we have a Reading“

Freeman’s Journal 1

2004

Im Jahr 2004 begann ich mit dem Freeman’s Journal. Die erste Ausgabe verfolgte die Frage nach dem Fotografischen Bild als Beweis historischer Ereignisse.

Kaiser Wilhelm 2 war extrem bedacht auf seine Inszenierung vor der Kamera. Termine wurden den Lichtverhältnissen angepasst, bei Regen gab es ohnehin schlechte Bilder. Man sprach von Kaiserwetter. Also nahm ich an, es hätte bei öffentlichen Ereignissen eine Menge von Fotografen gegeben. Ich suchte das Bild, aufgenommen im entscheidenden Augenblick, das entscheidend wurde für den Beginn des Ersten Weltkriegs: Das Attentat auf Franz Ferdinand von Habsburg Espe in Sarajevo am 1914 . In keiner Zeitung dieser Zeit, in denen ich suchte, fand ich ein Bild. Erst in Chroniken fand ich Fotos von kurz vor und nach den tödlichen Schüssen. Es gab viele Zeichnungen und keine gleicht der anderen.

Das offene Fahrzeug wurde beliebtes Ziel politischer Morde. John F. Kennedy wurde bei einer Paradefahrt erschossen. Und von allen fotografierten und gefilmten Bildern hätte eines zur Klärung der Tat endgültig beigetragen.

DE / EN
24 Seiten
2004
vergriffen

 

Freeman’s Journal 10

2007 Luftfahrt

Die Entscheidung, als Künstler arbeiten und leben zu wollen, kam mir irgendwann sehr anmaßend vor, um genau zu sein, als dieser Lebensweg bevorstand. Meine Anschlussarbeit an der Kunsthochschule widmete ich dem Thema der Himmelsstürmer. Es ist ein klassisches, ein antikes Thema, das sich in den Technikutopien und all seinen Manierismen seit dem späten 19. Jahrhundert wieder.

Das freeman’s journal #10j10 zeigt Flugversuche und anderen erfolgreichen Leichtsinn.
Es entstand parallel zu High Five.

Englisch
18 cm x 25 cm
20 Seiten

Freeman’s Journal 3

2004

Noch während ich an der Ausgabe 2 recherchierte begann der zweite Irak-Krieg. Aus welchem Problem mit seinem Vater George Bush jr. diesen Krieg anzettelte, die USA standen für viele Europäer in der Kriegstreiberrolle.

Aus dieser Frage entwickelte ich die Ausstellung Stars’n’Stripes an der HGB Leipzig mit der Fragestellung nach dem persönlichen Amerika-Bild jüngerer KünsterlInnen. Die Ausgabe 3 des freeman’S journal war meine eigener Ausstellungsbeitrag.

14 cm x 16,5 cm
16 Seiten

Freeman’s Journal 2

2004 Atomwissenschaft

Nach der ersten Ausgabe begann ich mit der Form des Magazins als künstlerische Arbeit zu experimentieren.

Die Atombombe wurde in der Zeit des Kalten Krieges richtiggehend zum Mythos.

Testgebiete, Mutanten und kalkulierter Irrsinn stehen im Mittelpunkt der Ausgabe 2 des fj auf.

 

Space Colonies

2017

A Galactic Freeman’s Journal

Der US-amerikanische Physiker Gerard K. O’Neill hatte Anfang der 1970er Jahre erste Ideen entwickelt, um den Weltraum zu besiedeln. Kurz darauf griff Stewart Brand, Cyberkommunarde und Herausgeber des Whole Earth Catalog, diese Überlegungen auf und veröffentlichte das Buch Space Colonies. Darin und in weiteren Ausgaben des CoEvolution Quarterly wurde diskutiert, ob der Weltraum nicht schon im Jahr 2000 kolonialisiert sein könnte. Space Colonies. A Galactic Freeman’s Journal von Fabian Reimann bezieht sich auf diese Veröffentlichungen. In seinen Bildessays montiert er historisches, gegenwärtiges und spekulatives Material, das er mit fiktiven und faktischen Erzählungen zu einem Konglomerat verschiedener Weltentwürfe verbindet.

Englisch
160 Seiten
153 schwarz/weiß-Abbildungen
klebegebundene Broschur
2017
ISBN: 9783959051217
2. Auflage
12.00 €

 

Another Earth Map

2015

Was nicht nur mir aufgefallen ist: Fast alle Geschichten von utopischen Orten enden damit, dass diese untergegangen oder auf andere Art verschollen sind. Oder es sind die Landkarten verloren gegangen, so dass man den Weg zu dem Ort einer utopischen Geschichte nicht mehr finden kann.  

Die utopischen Orte sind die Orte von Geschichten, in denen Modelle eines anderen Zusammenlebens, anderer Gesellschaftsformen geschildert werden. Diese Ideen spiegeln die Zeit, in der diese Geschichten verfasst wurden.  
Ich habe eine Sammlung von utopischen Orten – sortiert nach den Kategorien Städte, Lände, Inseln und Planeten – erstellt und auf einen Wegweiser übertragen. Dieser ist eine von vielen Varianten der Obeliskenform, die bei dem mir ersten bekannten Kartieren der Zeit zum Einsatz kamen.  

1694 wurden in Sachsen alle wichtigen Post- und Handelsstraßen zur Angabe amtlicher Entfernungen und einheitlichen Berechnung der Postgebühren die kursächsischen Postmeilensäulen aufgestellt – ein zeitökonomisches System, um die Transportgeschwindigkeit von Nachrichten und Waren zu organisieren. Damit wurde die Arbeit der Postkutscher oder Boten vereinfacht, sie kamen schneller ans Ziel, konnten aber auch weniger zu spät kommen. Diese Wegweiser zeigten keine Entfernungen an, sondern die Zeit, die man von einem Ort zum anderen brauchen sollte, was wir heute als Zwang zur Selbstoptimierung bezeichnen würden.

Die Serie der Postsäulen wird durch zahlreiche Invarianten von deren Formen für Viertel- und Halbstundensäulenabstände vervollständigt.  

Das Themenfeld der Kartografie habe ich für den Bildessay »Another Earth Map« wieder aufgegriffen. Auf 38 Bildern wird eine Weltkarte erstellt, ein globales Netzwerk von Persönlichkeiten, individuellen Ideenwelten, Folgen der Kolonialisierung und von unterschiedlichem Größenwahn im Allgemeinen.

Ausstellungsansicht „Kingdom Paradise“ ACC Galerie Weimar, 2015

Ausstellungsansicht „Kingdom Paradise“, Städtische Museen Zittau, 2016

Ausstellungsansicht „Lost Paradise“ Halle 14, Leipzig, 2017

The World Set Free

2018 Einzelpublikationen HG Wells Mark von Schlegell

Mit dieser Publikation startet Fabian Reimann eine Reise in das Warburg-Universum und begegnet den Weltentwürfen des bis heute populären Science-Fiction-Autors H.G. Wells (1866 – 1946). Dessen Roman The World Set Free erschien 1914 und sah bereits verschiedene Zukunftsszenarien voraus: den Ersten Weltkrieg, den Luftkrieg über Europa, Atombomben im Jahr 1956, den Wiederaufbau Europas und das Entstehen einer Weltregierung. Es gibt Beschreibungen zur fortschreitenden Gleichberechtigung der Geschlechter, Englisch als Welthilfssprache oder der Überflüssigkeit von Geld im traditionellen Sinn. Viele Ideen haben sich in irgendeiner Form erfüllt. Manchmal mag es eine Wechselwirkung gegeben haben, wie das Buch die Entwicklung der US-amerikanischen Atombombe befördert hatte. Trotzdem ist die Publikation von Fabian Reimann keine bedingungslose Verehrung von Wells als Visionär, sondern kombiniert den facettenreichen Originaltext mit einem kongenialen Bildessay.

Mit einer Einführung von Mark von Schlegell und dem vollständigen Roman „The World Set Free“ von Herbert George Wells

Englisch

576 Seiten
1079 Schwarzweiß- und Farbabbildungen
fadengeheftete Broschur
ISBN: 9783959052450
1. Auflage
24 Euro