Another Earth Catalog

2012 2014 Gegenkultur Kybernetik Whole Earth Catalog

Nach dem ich im Kunstverein Leipzig im Winter 2011 die Ausstellung „Die Zukunft hatte begonnen“ umgesetzt hatte arbeiten ich an dem übergeordneten Thema der Zukunftsutopie im 20. Jahrhundert weiter.

So kam ich zum „Whole Earth Catalogue“, der von 1968 bis 1972 erschien. In dieser Serie von Büchern wurden Produkte und Publikationen der Gegenkultur dieser Zeitvorgestellt. Kaufen konnte man nichts. Es sollte, wie der Untertitel lautete, den Zugang zu Werkzeugen – „Access to tools“ – für den Geist und Alltag geben.

Mit dem Förderpreis der Arthur Boskamp-Stiftung konnte ich 2012 die Arbeit an „Another Earth Catalog“ beginnen: Welche Ideen aus dieser Epoche salonfähig geworden sind, und welche als unsinnige oder unrealisierbare Visionen zu vergessenen oder toten Ideen zählen. Manche wurden in die Praxis umgesetzt, für andere war die Zeit vielleicht noch nicht so weit, oder wird eventuell nie kommen.

„Another Earth“ sollte eine Zeitmaschine werden, in der die Ideen aus der Vergangenheit als nostalgisch oder visionär erscheinen, es könnte eine Reise in die Zukunft vom Jahr 1969 aus sein.

Das Buch erschien 2012 und wurde recht erfolgreich.

Bald erschien eine zweite erweiterte Auflage. Die dritte ist in Vorbereitung.

EN
Gestaltung/ Design: Fabian Reimann
192 Seiten, Englisch,  fadengeheftete Broschur mit 171 Abbildungen
Spector Books, Leipzig 2012, 2014,
ISBN 978-3-940064-64-6
EUR 12.00

„Fabian Reimann nimmt den erstmals 1968 als umfassendes Verzeichnis für Werkzeuge zur Welt- und Selbstverbesserung publizierten »Whole Earth Catalog« als Ausgangspunkt für eine letzte Ausgabe seines seit über 10 Jahren betriebenen, bildessayistischen Egozines »freeman’s journal«.

Sein »Another Earth Catalog« besteht aus einer, nur durch einen persönlichen Text unterbrochenen, Bildfolge: Abbilder der Utopien der späten 1960er Jahre – dabei handelt es sich nicht nur um die im »Whole Earth Catalog« publizierten, sondern auch um andere visionäre Projekte aus jenen Jahren zwischen Kaltem Krieg und beginnender Postmoderne. Fabian Reimann folgt lose den fünf Kategorien des »Catalogs« (Understanding Whole Systems, Shelter and Land Use, Industry and Craft, Communications, Community, Nomadics and Learning) und verknüpft die Visionen der späten 1960er Jahre mit aktuellen Bildern, die Entwicklungen aufzeigen, die in den Fantasien jener Jahre ihren Ursprung haben.“

The Surveyor

2011 Anthony Blunt Denise van de Beek Jan Wenzel Spionage Stephanie Tasch

2009 wurde eine erste Fassung des Raumessays The Surveyor gezeigt. Bis dahin war viel Material zusammengekommen, das nicht in diese Ausstellunsgsituation passte. Das Medium für das Material war, das würde mir bald klar, ein Buch. So begann 2009 die gezielte Fortsetzung der Recherchen für ein Buch mit demselben Titel wie die Installtion. Darin wird die Ausarbeitung der Freedom of Information Act Materialen beschrieben, es enthält aber auch meine Abschriften des Bekennerschreibens aus dem Nachlass von Anthony Blunt. Ich konnte Stefanie Tasch, Denise van de Beek und Jan Wenzel als AutorInnen gewinnen.

Deutsch / Englisch
146 Seiten.
zahlreiche Abbildungen
ISBN:9783940064943
32,00 Euro

1979, Sir Anthony Frederick Blunt ist nicht mehr Sir. Der Grund dafür liegt weit zurück in Cambridge, wo er studierte. Dort kam er mit einem geheimen Kreis von Männern zusammen, jung und von glühender Leidenschaft für den Kommunismus. Später wurden sie bekannt als die Cambridge Five. Der erste von ihnen wurde 1951 enttarnt, der zweite ein Jahr später. Blunt war zu dieser Zeit Professor für Kunstgeschichte und Berater der Queen in Kunstangelegenheiten, er betreute die Gemäldesammlung der Windsors als Surveyor of the Queen’s Pictures. Französische und italienische Kunst waren sein Schwerpunkt, Poussin insbesondere. 1963 flog der dritte aus dem Kreis der Cambridge Five auf, er hatte sich wie schon die anderen nach Moskau abgesetzt. Blunts zweite Identität wurde ein Jahr darauf bekannt – aus Rücksicht auf die Queen aber nicht in die Öffentlichkeit getragen. Margaret Thatcher tat dies 15 Jahre später.

 

 

 

Freeman’s Journal 1

2004 Bildessay Einzelveröffentlichung Franz Ferdinand John F. Kennedy

Im Jahr 2004 begann ich mit dem Freeman’s Journal. Die erste Ausgabe verfolgte die Frage nach dem Fotografischen Bild als Beweis historischer Ereignisse.

Kaiser Wilhelm 2 war extrem bedacht auf seine Inszenierung vor der Kamera. Termine wurden den Lichtverhältnissen angepasst, bei Regen gab es ohnehin schlechte Bilder. Man sprach von Kaiserwetter. Also nahm ich an, es hätte bei öffentlichen Ereignissen eine Menge von Fotografen gegeben. Ich suchte das Bild, aufgenommen im entscheidenden Augenblick, das entscheidend wurde für den Beginn des Ersten Weltkriegs: Das Attentat auf Franz Ferdinand von Habsburg Espe in Sarajevo am 1914 . In keiner Zeitung dieser Zeit, in denen ich suchte, fand ich ein Bild. Erst in Chroniken fand ich Fotos von kurz vor und nach den tödlichen Schüssen. Es gab viele Zeichnungen und keine gleicht der anderen.

Das offene Fahrzeug wurde beliebtes Ziel politischer Morde. John F. Kennedy wurde bei einer Paradefahrt erschossen. Und von allen fotografierten und gefilmten Bildern hätte eines zur Klärung der Tat endgültig beigetragen.

Freeman’s Journal 10

2007 Luftfahrt

Die Entscheidung, als Künstler arbeiten und leben zu wollen, kam mir irgendwann sehr anmaßend vor, um genau zu sein, als dieser Lebensweg bevorstand. Meine Anschlussarbeit an der Kunsthochschule widmete ich dem Thema der Himmelsstürmer. Es ist ein klassisches, ein antikes Thema, das sich in den Technikutopien und all seinen Manierismen seit dem späten 19. Jahrhundert wieder.

Das freeman’s journal #10j10 zeigt Flugversuche und anderen erfolgreichen Leichtsinn.
Es entstand parallel zu High Five.

Englisch
18 cm x 25 cm
20 Seiten

Freeman’s Journal 3

2004 Bildessay Einzelveröffentlichung

Noch während ich an der Ausgabe 2 recherchierte begann der zweite Irak-Krieg. Aus welchem Problem mit seinem Vater George Bush jr. diesen Krieg anzettelte, die USA standen für viele Europäer in der Kriegstreiberrolle.

Aus dieser Frage entwickelte ich die Ausstellung Stars’n’Stripes an der HGB Leipzig mit der Fragestellung nach dem persönlichen Amerika-Bild jüngerer KünsterlInnen. Die Ausgabe 3 des freeman’S journal war meine eigener Ausstellungsbeitrag.

14 cm x 16,5 cm
16 Seiten

Freeman’s Journal 2

2004 Atomwissenschaft

Nach der ersten Ausgabe begann ich mit der Form des Magazins als künstlerische Arbeit zu experimentieren.

Die Atombombe wurde in der Zeit des Kalten Krieges richtiggehend zum Mythos.

Testgebiete, Mutanten und kalkulierter Irrsinn stehen im Mittelpunkt der Ausgabe 2 des fj auf.

 

Space Colonies

2017 Spector Books Warburg-Universum Weltraum

A Galactic Freeman’s Journal

Der US-amerikanische Physiker Gerard K. O’Neill hatte Anfang der 1970er Jahre erste Ideen entwickelt, um den Weltraum zu besiedeln. Kurz darauf griff Stewart Brand, Cyberkommunarde und Herausgeber des Whole Earth Catalog, diese Überlegungen auf und veröffentlichte das Buch Space Colonies. Darin und in weiteren Ausgaben des CoEvolution Quarterly wurde diskutiert, ob der Weltraum nicht schon im Jahr 2000 kolonialisiert sein könnte. Space Colonies. A Galactic Freeman’s Journal von Fabian Reimann bezieht sich auf diese Veröffentlichungen. In seinen Bildessays montiert er historisches, gegenwärtiges und spekulatives Material, das er mit fiktiven und faktischen Erzählungen zu einem Konglomerat verschiedener Weltentwürfe verbindet.

Englisch
160 Seiten
153 schwarz/weiß-Abbildungen
klebegebundene Broschur
2017
ISBN: 9783959051217
2. Auflage
12.00 €

 

The World Set Free

2018 Atombomben Einzelpublikationen Energie H.G. Wells Mark von Schlegell Spector Books Warburg-Universum Zukunft

Mit dieser Publikation startet Fabian Reimann eine Reise in das Warburg-Universum und begegnet den Weltentwürfen des bis heute populären Science-Fiction-Autors H.G. Wells (1866 – 1946). Dessen Roman The World Set Free erschien 1914 und sah bereits verschiedene Zukunftsszenarien voraus: den Ersten Weltkrieg, den Luftkrieg über Europa, Atombomben im Jahr 1956, den Wiederaufbau Europas und das Entstehen einer Weltregierung. Es gibt Beschreibungen zur fortschreitenden Gleichberechtigung der Geschlechter, Englisch als Welthilfssprache oder der Überflüssigkeit von Geld im traditionellen Sinn. Viele Ideen haben sich in irgendeiner Form erfüllt. Manchmal mag es eine Wechselwirkung gegeben haben, wie das Buch die Entwicklung der US-amerikanischen Atombombe befördert hatte. Trotzdem ist die Publikation von Fabian Reimann keine bedingungslose Verehrung von Wells als Visionär, sondern kombiniert den facettenreichen Originaltext mit einem kongenialen Bildessay.

Mit einer Einführung von Mark von Schlegell und dem vollständigen Roman „The World Set Free“ von Herbert George Wells

Englisch

576 Seiten
1079 Schwarzweiß- und Farbabbildungen
fadengeheftete Broschur
ISBN: 9783959052450
1. Auflage
24 Euro