Poussin Lectures

2009 2013 Anthony Blunt

In dem Roman „The Untouchable“ (Der Unberührbare, 1997) lässt der Schriftsteller John Banvilles den Kunsthistoriker Blunt sprechen, inwieweit er den Künstler Nicolas Poussin überhaupt für die Nachwelt populär und dadurch überhaupt zu einer Figur der Kunstgeschichte gemacht hätte.

Freedom of Information Act: Carbon Copy

2009 Anthony Blunt FBI

Freedom of Information Act

Seit 1967 ist den Bürgerinnen und Bürgern der Vereinigten Staaten die Einsicht in Regierungsdokumente gestattet. Nach der Watergate-Affäre im Jahr 1974 gab es eine Novellierung. Inzwischen sind historische Fälle der US-Geschichte weitgehend öffentlich zugänglich. Auf der Website des FBI befinden sich auch Informationen zu Anthony Blunt. Die meisten Seiten sind geschwärzt. Es lässt sich kaum noch etwas herausfinden.
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Carbon Copy

Die im Rahmen des Freedom of Information Act veröffentlichten Dokumente über Anthony Blunt scheinen alte Fotokopien zu sein. Analoge Kopiergeräte konnten keine Graustufen erzeugen. So entstanden schwarz-weiße Strukturen als Interpretationen von Bildern oder Farben. Bei den vorliegenden Seiten handelt es sich erneut um Kopien. Das Skript für die Tonaufzeichnung lieferte die Vorlagen für dieses Umkopieren mit Kopierpapier. Die Carbon-Copies selbst befinden sich in der Installation.

 

Freedom of Information Act: Prescripted Interrogation

2009 FBI Jasper Sharp


Freedom of Information Act

Seit 1967 ist den Bürgerinnen und Bürgern der Vereinigten Staaten die Einsicht in Regierungsdokumente gestattet. Nach der Watergate-Affäre im Jahr 1974 gab es eine Novellierung. Inzwischen sind historische Fälle der US-Geschichte weitgehend öffentlich zugänglich. Auf der Website des FBI befinden sich auch Informationen zu Anthony Blunt. Die meisten Seiten sind geschwärzt. Es lässt sich kaum noch etwas herausfinden.

Freedom of Information Act: Prescripted Interrogation
Das geschwärzte Dokument aus den FBI-Archiven wurde von mir noch einmal überarbeitet. Unter Weglassung aller Bezüge zu Personen, Daten und Orten ist ein Dokument entstanden, das ich zusammen mit einem Diktiergerät dem in Wien lebenden Kunsthistoriker und Kurator Jasper Sharp geschickt habe. Nachfolgend ist das Skript abgebildet, das aus den mehrfach redigierten Akten entstanden ist. Das Protokoll nach Drehbuch wird in der Installation auf einem Tonbandgerät abgespielt.

 

One Second Distance

2009 Anthony Blunt

Zu sehen ist Anthony Blunt in seinem Arbeitszimmer, der, als er bemerkt, fotografiert worden zu sein, aufblickt. Die Kamera ist gedreht worden und ein zweites Bild gemacht. Diese Bilder wurden übereinander gelegt, man sieht mehr von dem Raum, kann dafür die Person in der Bildmitte durch die Doppelbelichtung weniger gut erkennen.

 

200 Miles to Trinity

2009 Atomwissenschaft

Irgendwann wollte ich dann doch wissen, wie es da aussieht, wo die ersten Atombomben der Welt entwickelt – und getestet wurden. Im Herbst 2009 machte ich mich auf den Weg nach New Mexico. Es gibt zwei Tage im Jahr, zu denen man das militärische Sperrgebiet Alamogordo betreten kann, das sonst als Übungsplatz für verschiedene Armeen, wie die US Airforce oder auch die Luftwaffe, zum Bombenabwerfen genutzt wird. Dieses Bombodrom kann am ersten Samstag im April oder Oktober besucht werden.
Zuvor wollte ich die Wege nachvollziehen, die zwischen den Orten, wo die Bomben gebaut und wo sie getestet wurden, liegen.
Zuerst ging es nach Los Alamos, ein kleines Städtchen, in dem es bis 1942 ausser dem privaten Internat von Ashley Pont nichts gegeben hat. In die idyllische Hügellandschaft New Mexicos wurde das Manhattan Project gesetzt. Unter diesem Codename entwickelten die USA die erste Atomwaffe. Strenge Geheimhaltung war damals – wie heute in den Los Alamos National ehemals Scientific Laboratory erste Priorität. Es sind über die Jahre desaströse Sicherheitslücken des LANL, bekannt geworden, und ich frage mich, was davon den Gebäuden und den Räumen anzumerken ist wie auch der Geschichte, die sie repräsentieren. Aber diese Gebäude sind allesamt, so wie fast alle festen Bauten erst später entstanden. Der Ort selbst hat seine kurze Geschichte mit einem Heimat- und einem Atommuseum aufbereitet. Über die Stadt verteilt finde ich zahlreiche Gedenktafeln, die ich zu kopieren beginne, mit Bleistift und Papier. So entstehen die ersten Frottagen, die zu einer umfangreichen Serie anwachsen, und meine leibliche Anwesenheit in der „Atomic City“ wiedergeben, und ihre nach außen gerichteten Dokumente der Geschichtsschreibung.

 

 

 

 

(Fotos Smudge Studio)