Poussin Lectures

2009 2013 Anthony Blunt

In dem Roman „The Untouchable“ (Der Unberührbare, 1997) lässt der Schriftsteller John Banvilles den Kunsthistoriker Blunt sprechen, inwieweit er den Künstler Nicolas Poussin überhaupt für die Nachwelt populär und dadurch überhaupt zu einer Figur der Kunstgeschichte gemacht hätte.

Quick #10—Welt im Spiegel

1958 2013 Atomzeitalter Weltausstellung

 

 

Die Weltausstellung in Brüssel 1958 war eine Manifestation des Atomzeitalters. Das deutsche Wochenmagazin „Der Spiegel“ berichtete darüber. Das „quick pocket magazine“ erlebte in dieser Epoche die beste auflagenstärkste Zeit. So war es für mich naheliegend, die Weltausstellung im „Spiegel“ in die Künstlermagazinreihe der „Quick“-Hefte zu bringen. Zitate und Rückgriffe: Der gesamte Bericht aus dem Spiegel, ohne Text, gespiegelt.

Quick Magazine #10—Welt im Spiegel
2013
40 pages
21 x 14,5 cm

Brücke der Einheit

2012 2013 Berlin Deutsche Teilung Kalter Krieg Potsdam Spione

Die Dia-Installation »Brücke der Einheit« zeigt in Überblendungen verschiedene romantisierende Ansichten einer Seenlandschaft – des Glienicker Sees bei Potsdam bzw. Berlin, gesehen und fotografiert zur Stunde des Sonnenaufgangs von verschiedenen Standpunkten der Glienicker Brücke aus gesehen. Der Ort der Aufnahme, die sogenannte »Brücke der Einheit«, die mehr ein Symbol der deutschen Teilung gewesen ist, bleibt weitestgehend ausgeblendet.

Amateur

2013 Louise Bernikow New York René Zechlin Rudolph Abel Spionage Ulrike Boskamp

 

 

 

Bei der Arbeit einem Raumessay zu dem Spion Rudolph Abel wusste ich, dass es zur Ausstellung ein Buch geben würde. Das gab mir die Möglichkeit für den Raum und andererseits das Buch zu überlegen, welches Format für welche Inhalt am besten passen würde. Das Buch also wird von einem Bildessay Rudolph Abel in Massenmedien wie Magazinen oder Spielfilme eröffnet. Louise Bernikow 1970 bat ich zu schreiben, wie es dazu kam, dass sie als junge Frau ausgerechnet als erstes Buch eine Biografie über  Abel schrieb. Der „Eiskrem-Kaiser“ berichtet davon. Ulrike Boskamp schrieb einen Text darüber bei, wie und wann Künstler beim Zeichnen und Malen unter freiem Himmel für Spione gehalten wurden. René Zechlin hat einen Text über meine recherchebasierte Arbeit beigesteuert.

Klappentext: Als der russische Spion Rudolph Abel (1903 – 1971) am 21. Juni 1957 in New York festgenommen wurde, fand man in seinem Atelier über 50 Ölgemälde. Er hatte unter der Tarnung eines Amateurkünstlers und -fotografen spioniert. Sein Lieblingsmotiv: einsame alte Männer in der Großstadt. Fabian Reiman hat für sein Buch »Amateur« in FBI-Archiven recherchiert, um sich einen Einblick in die Lebensumstände des Agenten zu verschaffen. Die Bilder, die das FBI vom Atelier und Schreibtisch des Künstlerspions anfertigte, zeugen von einer Existenz, die das Grundieren der Leinwand ebenso beherrschte wie das fachgerechte Basteln einer Wanze.

Die Publikation erschien anlässlich der Ausstellung »Amateur und Überflieger« im Kunstverein Hannover 2013.

116 Seiten, mit Abbildungen
geheftete Klappenbroschur
Leipzig / Hannover März, 2013
ISBN: 9783940064745
28,00 Euro

 

Les Anciens Premiers

2013

Der sechsjährige Sohn einer Freundin sagt: Mein Mutter kommt aus einem Land, das es nicht mehr gibt. Ein einfacher Satz, der mich nachdenken ließ. Dies trifft auf einige europäische Länder zu, Staaten wie (ihre) Sprachen und kulturelles Handeln im Allgemeinen auf Vereinbarungen und Konventionen gründen. Ein Staat als gemeinschaftlicher Organismus ist eine vergleichsweise junge Idee der Menschheitsgeschichte, und seine Voraussetzungen und Bedingungen als auch der Staat selbst sind nur scheinbar ewig.

In der Arbeit »Les Anciens Premiers « sind exemplarisch Staaten ausgewählt, die im 20. Jahrhundert existierten und während des Kalten Krieges Mitglieder des Warschauer Paktes waren: Deutsche Demokratische Republik, Tschecheslowakei und Jugoslawien. Anhand der Herrscherbilder als Repräsentanten ihrer Staaten stellte ich mehrere Geschichtsräder her, auf denen, in der Form früher Kinematographie oder eines Glücksrades, die Gesichter dieser Herrscherpersönlichkeiten sich abwechseln. Sie drehen sich im Kreis, und projiziert.