Chaos AD

2020 Arbeit auf Papier Holzschnitt

Wir leben in unsicheren Zeiten. Und nicht selten geschehen die Dinge anders als geplant und werden trotz allem Geschichte. Oder gerade darin liegt der Grund, in Zufall und Chaos. Menschen suchen Sicherheit und Ordnung. Deshalb soll das Chaos seit Anbeginn erklärt werden.

Wir schauen auf den Schmetterling und fragen uns, ob dieser Falter einen Tsunami auslösen wird, eine Havarie in einem Atomkraftwerk oder einfach eine Revolution.

Wir sehen den Aurorafalter in seiner Entfaltung. Wir sehen eine Möglichkeit der Dinge, die kommen können. Wir denken an Moleküle und freie Radikale.

Wir schauen auf das Schiff Aurora in St. Petersburg. Zwei Denkmäler gibt es, eins, wo das Schiff seit Jahrzehnten liegt. Ein anders gibt es, das verweist darauf, wo das Schiff einmal im Wasser war und einen Schuss abgab, und dann war wie immer am Anfang Chaos, und es zeigt sich erst, wenn die Wellen sich glätten, was dann kommt. 102 Jahre nach der Oktoberrevolution, Finsternis lag über der Tiefe, lag über der Urflut. Die Erde war wüst aber nicht leer. Wir leben in unsicheren Zeiten. Die Raupen entpuppen sich.

 

nowhere year

2020 Arbeit auf Papier

Wohin sollte man denn 2020 noch reisen? Irgendwie ging nichts voran, selbst die erdachten Orte hatten für eine Zeit ihre Kraft verloren. Der Reisepass kam mir vor wie ein Notizbuch oder Skizzenblock. Seite für Seite keine Option in diesem Jahr in die Ferne zu gehen oder zu schweifen. Ein Visa nach Nirgendwo.

24-teilige Serie, jedes Bild: Papier, 12,5 x 9 cm, 2020

 

 

The World Set Free COVERWORKS

2020 Arbeit auf Papier Coverworks H.G. Wells

Zahlreiche Bilder, die es aus dramaturgischen Gründen nicht in das Buch „The World Set Free“ kamen, sind mit einer farbigen Frottage vom Buchdeckel der Erstausgabe und Kolorierungen zu einer eigenständigen Serie von 60 Bildern geworden. (28 x 21 cm, Mischtechnik auf Papier, 2019-2020) Hier ist offensichtlich eine kleine Auswahl zu sehen.

 

 

 

Hello from the Children of the Planet Earth

2020 D21 Kunstraum Leipzig Raumfahrt Voyager

„In diesen merkwürdigen Zeiten dürfen auch wir unseren Kunstraum nicht öffnen. Viele Künstler:innen können ihre Werke nicht zeigen. Hier wollen wir als Kunstraum ein wenig Abhilfe schaffen. Im Rahmen unseres Jahresprogramms Kontaktaufnahmen haben seit dem 13. April lokale Künstler:innen wöchentlich wechselnd die Möglichkeit, ihre Arbeit in einem Schaufenster des D21, dem sogenannten “Kontaktfenster”, zu präsentieren.“

Als dritte Bespielung des „Kontaktfensters“ zeigt Fabian Reiman ein Sampling von Arbeiten 2006 bis 2020, in denen es um die Kontaktaufnahmen zu fremden Planeten geht.

Text im Schaufenster

Hallo!

Das ist eine durchsichtige Wand, vor der Du stehst. Du bist draußen und schaust rein. So ist das bei einem Schaufenster. In diesem Schaufenster des D 21 Kunstraums siehst Du eine Ausstellung von Arbeiten, in denen es um Nachrichten von einem fernen Stern geht. Der Planet heißt Erde. Und deren Bewohnerinnen und Bewohner grüßen Dich auf Deinem Planeten. Wir hoffen, bald ins All zu Dir starten zu können und möchten heute schon Kontakt aufnehmen.

Viel Glück

Fabian Reimann