Freedom of Information Act: Carbon Copy

2009 Anthony Blunt FBI

Freedom of Information Act

Seit 1967 ist den Bürgerinnen und Bürgern der Vereinigten Staaten die Einsicht in Regierungsdokumente gestattet. Nach der Watergate-Affäre im Jahr 1974 gab es eine Novellierung. Inzwischen sind historische Fälle der US-Geschichte weitgehend öffentlich zugänglich. Auf der Website des FBI befinden sich auch Informationen zu Anthony Blunt. Die meisten Seiten sind geschwärzt. Es lässt sich kaum noch etwas herausfinden.
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Carbon Copy

Die im Rahmen des Freedom of Information Act veröffentlichten Dokumente über Anthony Blunt scheinen alte Fotokopien zu sein. Analoge Kopiergeräte konnten keine Graustufen erzeugen. So entstanden schwarz-weiße Strukturen als Interpretationen von Bildern oder Farben. Bei den vorliegenden Seiten handelt es sich erneut um Kopien. Das Skript für die Tonaufzeichnung lieferte die Vorlagen für dieses Umkopieren mit Kopierpapier. Die Carbon-Copies selbst befinden sich in der Installation.

 

Freedom of Information Act: Prescripted Interrogation

2009 FBI Jasper Sharp


Freedom of Information Act

Seit 1967 ist den Bürgerinnen und Bürgern der Vereinigten Staaten die Einsicht in Regierungsdokumente gestattet. Nach der Watergate-Affäre im Jahr 1974 gab es eine Novellierung. Inzwischen sind historische Fälle der US-Geschichte weitgehend öffentlich zugänglich. Auf der Website des FBI befinden sich auch Informationen zu Anthony Blunt. Die meisten Seiten sind geschwärzt. Es lässt sich kaum noch etwas herausfinden.

Freedom of Information Act: Prescripted Interrogation
Das geschwärzte Dokument aus den FBI-Archiven wurde von mir noch einmal überarbeitet. Unter Weglassung aller Bezüge zu Personen, Daten und Orten ist ein Dokument entstanden, das ich zusammen mit einem Diktiergerät dem in Wien lebenden Kunsthistoriker und Kurator Jasper Sharp geschickt habe. Nachfolgend ist das Skript abgebildet, das aus den mehrfach redigierten Akten entstanden ist. Das Protokoll nach Drehbuch wird in der Installation auf einem Tonbandgerät abgespielt.

 

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2011-13 FBI Rudolph Abel Spionage

 

Als Rudolph Abel verhaftet wurde hat man das Inventar seiner Ateliers beschlagnahmt. Hatten die Bilder, die gemalt hatte, strategische Ziele gezeigt, oder waren solche Ziele, irgendwelche Lagepläne in den Schraffierungen verborgen? Die Bilder wurden dahingehend untersucht, geröntgt, interpretiert. Mich interessierte das Atelier als Tatort, und wie es dort aussah, als das FBI dort eintraf. Davon hatte ich gelesen. Es dauerte fast zwei Jahre bis ich Kopien der Tatortfotos aus den FBI-Archiven bekam. Es waren Schwarz-Weiss-Kopien, keine Graustufen, mehr gab es nicht. Als kriminalistische konnte ich mir das nicht vorstellen, aber als Basis diese künstlerisch zu interpretieren, als Malerei. Diese wurden anschliessend geröngt, davon C-Prints angefertigt.