stars’n’stripes

2004 Anke Gesell Eiko Grimberg Leipzig Robert Frank Tobias Laukemper Viktoria Binschtok

2004 war der Krieg gegen den Terror in vollem Vormarsch und wurde mit der Invasion in den Irak fortgesetzt. In dieser Zeit bekam das Amerika-Bild für viele Menschen in Deutschland und Europa einen Knacks. Ich wollte eine Ausstellung, die persönliche Zugänge, individuelle Blickrichtungen junger KünstlerInnen von hier aus, vom „alten Europa“, auf die USA in ihren Arbeiten wiedergeben würde. Die Ausstellung fand in der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig statt, vom 09.12. bis 19.12.2004.

Von Kopf bis Fuß auf Amerika eingestellt, man steht zu seinem Land, man trägt es am Körper. Kleidungsstücke jeglicher Art tragen eine Art national branding, eine staatstragende Socke von Viktoria Binschtok lässt schmunzeln, wie sehr einem  die Totalpräsenz der Nationalflagge in den USA ins Auge fällt, wie sie in Deutschland unvorstellbar wäre.

In Amerika ist alles grösser. Und das Land verfügt über zahlreiche white spots, die alle neu entdecken können in einer monumentalen Landschaft. Anke Gesell zeigt Aufnahmen von Nationalparks im Bundesstaat Utah.
Die Salzwüste kann man symbolisch als das Amerika Amerikas sehen: Die Mormonen wurden sprichwörtlich in die Wüste geschickt und gründeten einen der reichsten Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Eiko Grimberg fügt neue Fotografien von USA- und speziell New York-Aufenthalten zusammen. Nach bisherigen Publikationen und Arbeiten wird erneut eine Vertiefung des Blicks auf urban america praktiziert, dringliche Notate, die den gegenseitigen cultural exchange der Vereinigten Staaten und Deutschland offenkundig machen.

„Embedded Journalism“ wurde mit dem 2. US-Golfkrieg zum Schlagwort der Kriegsberichterstattung. Ausgewählte Journalisten werden von den kämpfenden Truppen zur propagandawirksamen Berichterstattung mitgeführt, um den Zuschauer unmittelbar am Geschehen teilnehmen zu lassen. In der Installation „On Duty“ zeigt Tobias Laukemper aufällig unspektakuläre Bilder der Inszenierug eines umstrittenen Krieges.

Der in die USA übersiedelte Schweizer Robert Frank lieferte vor rund 50 Jahren mit seiner berühmten Bilderserie „The Americans“ eine historische, genealogische Referenz der Ausstellung. Es war die große Referenz, die in der Form des berühmten Buches gezeigt wurde.

Zu guter Letzt gab es mein „freeman’s journal 3“, das Bilder der amerikanischen Flaggen als Symbolträger aufzeigt.